Naturauftakt

Mit der Erhebung des Naturinventars,  der bestehenden Bestandsaufnahme und dem Konzeptentwurf Naturauftakt Rombachtäli wird eine Kooperation von Bürgerinnen, Naturschutzverbänden, dem Heimatschutz, der Gemeinde Küttigen/ Rombach, des Quartiervereins Rombachtäli und des Kantons Aargau angestrebt. Ein Best Practice Projekt mit Multiplikationscharakter und eine Win – Win Situation im einzigartigen Natur- und Naherholungsgebiet Rombachtäli ist damit möglich. Aufgrund der aussergewöhnlich hohen Biodiversität findet die erste Erhebung eines validen Naturinventars in der Gemeinde Küttigen – Rombach im Rombachtäli in mehreren Teilprojekten statt. 

Unbenannt

Die erste Erhebung ist ein Beitrag der Bevölkerung im Rombachtäli zum Schutze bestehender und insbesondere kritisch bedrohter Arten, der hohen Biodiversität und historisch bislang nicht analysierten und berücksichtigten historischen sowie kulturellen Besonderheiten in der Landschaftskammer und dem ehemaligen Bohnerzabbaugebiet Rombachtäli (Gemeinde Küttigen/ Rombach).  Für das in den sechziger Jahren dicht bebaute Tal und Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe zur Kantonshauptstadt, dass an drei Seiten an Wälder und den Rombach angrenzt, wurde bis heute kein Naturinventar seitens der Gemeinde erstellt, obwohl mehrere kritisch bedrohte Arten hier leben, sieben angrenzende Naturschutzgebiete und kartographierte kantonale Amphibienlaichplätze existieren. In unserer laufenden Erhebung konnten bereits in Phase 1 mehr als 90 Arten klassifiziert werden, wovon 22 auf den nationalen roten Listen als besonders verletzlich/ bedroht aufgeführt sind: Erster Bericht Erhebung Naturinventar Rombachtälivs.1.3_18_05_27

Den Expertenbericht zur professionellen Erhebung  Naturinventar „Fledermäuse“ findet ihr hier:Expertenbericht Fledermäuse Rombachtäli Juni 2018

„Die Kosten für eine Wiederherstellung beschädigter Ökosysteme sind zehnmal höher als für Naturschutz.“  Tim Kasten, stellvertretender UNEP-Direktor zur UNEP Studie 2010

92 Feuersalamanderlarven unmittelbar am Auftakt des Juraparks in der Nähe der Kantonshauptstadt:Bericht Monitoring Feuersalamander Rombachtälivs.1.2_18_06_30

Standorte Feuersalamanderlarvenmonitoring

Ergebnisse Monitoring Erhebung I-III
Ergebnisse Monitoring Feuersalamanderlarven Erhebungszeitpunkte I – III (4 weitere Feuersalamanderlarven wurden in einem Nebengewässer des Rombachs registriert)

Eine hohe Anzahl von 88 Feuersalamanderlarven sowie 4 weiteren in einem Nebenfluss ausserhalb Standort 5 wurde nachgewiesen. Die Zahl ist angesichts der hohen Verdichtung, Müllproblematik und Nähe zur Kantonshauptstadt erstaunlich.

Stetig neuer Müll, trotz Sammlung von 200 KG Abfällen durch Quartierverein

Leider gibt es auch sehr bedenkliche Erkenntnisse. Im Rombach und den umliegenden Wäldern / Hecken wurden im April 2018 mehr als 200 Kilogramm Müll eingesammelt, der sich in knapp 60 Jahren Quartiergeschichte, Bau und Verdichtung angesammelt hatte. Seitdem findet sich stetig neuer Müll.

22 gefährdete Arten und jahrhundertealte Stollen vor den Toren der Kantonshauptstadt am Auftakt des Juraparks AG

22 gefährdete Arten und die nahezu unerforschten jahrhunderalten Stollen des Aarauer Erzbergs, zu denen umfangreiche (der Öffentlichkeit nicht bekannte) Dokumente existieren, sind reale Werte in Laufdistanz zur Kantonshauptstadt am Auftakt des Juraparks Aargau. Das Schnittstellenmanagement und die Umwelt-/ Sicherheitspolitik, sind ein ausbaufähiges und grenzübergreifendes Thema der Gemeinden Aarau, Küttigen und Erlinsbach sowie des Kantons AG. Kinder, Wasserzuflüsse aus Müllansammlungen und bedrohte Arten kennen keine künstlichen/ bürokratischen Grenzen (Networking als State of the art).

Ungeachtet der Kenntnis des Littering Problems sowie Ergebnissen aus der Erhebung des Naturinventars, liegen nach mehreren Wochen keine substantiellen Absichten / Reaktionen der politischen Parteien und Kommissionen im Kontext eines nachhaltigen Natur- und Landschaftsschutzes vor. (vgl. Konzept Naturauftakt Rombachtäli 2.0 und Empfehlungen Bericht Monitoring Feuersalamanderlarven). Ein weiteres Konzept zur Einbindung der Jugend und Bewusstseinsbildung ist mit dem Rombachtäli Junior Ranger Konzept in der Entwicklung.

Das Vorliegen eines Naturinventars unterstützt alle Akteure dabei, wichtige Aspekte wie Naturschutz und eine Analyse aller Nachhaltigkeitsdimensionen umfangreicher zu beachten und auf Grundlage valider Assessments mit einem präventiven Blickwinkel zu agieren. Die Bevölkerung ist für den Natur- und Heimatschutz aktiv. Sie engagiert sich für den Erhalt der Arten, der Schöpfung und der Umwelt. Die Lebensqualität für heutige Generationen und unsere Nachkommen, ein nachhaltiger Mehrwert und eine reale Aufwertung sind direkt damit verbunden.

Die wichtige Schnittstelle Rombachtäli zwischen den Gemeinden Aarau, Küttigen/ Rombach und Erlinsbach wird nachhaltig aufgewertet. Der nationale Aktionsplan des Bundesrats und Bundesamts für Umwelt „Strategie Biodiversität Schweiz“ vom 06.09.2017 steht strategisch und inhaltlich in Kohärenz zu diesen Anliegen. Biodiversität und der Schutz der Natur sind bis in die Bundesverfassung hinein geregelt. Leider sind die Entwicklungen in der Schweiz nicht gut, wie der Bundesrat in seinem Bericht Umwelt Schweiz, 2015 festhält: 36 % der untersuchten Arten sind gefährdet, und 10 % sind potenziell gefährdet. Somit ist fast die Hälfte der einheimischen Arten mehr oder weniger akut vom Aussterben bedroht“.Setzen wir uns gemeinsam für den Schutz unserer Natur und des kulturellen Erbes unserer Heimat ein.

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Konzeptentwurf Natur- und Heimatschutz, Biodiversität und nachhaltige Quartierentwicklung im Rombachtäli _2018_vs.1.1_18_02_26_komprimiert

Kleine Auswahl aus den Bilddaten Erhebung Naturinventar „Naturauftakt Rombachtäli 2.0“ Bild der Fledermaus ©Geza Farkas/123RF .com

„Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen. Es gibt allzu viele Sonderinteressen, und leicht gelingt es dem wirtschaftlichen Interesse, die Oberhand über das Gemeinwohl zu gewinnen und die Information zu manipulieren, um die eigenen Pläne nicht beeinträchtigt zu sehen.“
Franziskus (Jorge Mario
Bergoglio) (1936- ), Papst

Wir fokussieren nachhaltigen und präventiven Naturschutz auf Grundlage valider Assessments. Rein kompensatorische Massnahmen wie Amphibientreppen, Naturmodule, Vogelhäuser etc. sind gut, aber bei Weitem nicht genug. Sie werden gemäss der Einschätzung vieler Experten allzu oft mit falscher Prämisse, als unzureichender Ausgleich für die Zerstörung von Lebensräumen eingesetzt.

Lokal handeln, global denken.

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Alle Aufnahme wurden 2018 im Rombachtäli aufgenommen.

Ausnahme: Fledermaus ©Gezas Farkas/123RF.com