Nachhaltige und ganzheitliche Quartierentwicklung

Rombachtäli 2.0

Für interessierte Leser*innen, die sich mit dem Konzeptentwurf für das Best Practice Projekt Rombachtäli 2.0 mit Multiplikationscharakter und Win – Win Situationen auseinandersetzen, empfehlen wir zuerst einen Blick auf die Chronologie des Rombachtälis,  die Visualisierung des Natur- Geschichts- und Naherholungsorts für den Kanton Aargau, die Inhalte zum Naturauftakt und das gesellschaftliche Engagement in der sozialen Dimension.

Die Inhalte des nachfolgenden Konzepts Rombachtäli 2.0 , basieren auf realen Werten und Sachverhalten,  dienen der Allgemeinheit und sind stetig weiterzuentwickeln. Das Konzept ist bereits heute, für das direkt an die Agglomeration Aarau angrenzende historische Natur- & Naherholungsgebiet Rombachtäli, realer sowie wirksamer – als vorgängige und mittlerweile sistierte Planungsvorhaben – in denen eine  grosse Menge ökologischer Ressourcen sowie mehrhundertjährige Bergwerksstollen (ungeachtet vorhandener Datenquellen) nicht bedacht, berücksichtigt bzw. glücklich vernetzt wurden. Ein Blick auf Entwicklungsgeschichten, Prozesse, direkte Kommunikation, Perspektivenwechsel und eine Beachtung des Kontexts lohnen sich demzufolge, um gemeinsam für die Zukunft zu lernen. 

Schauen wir daher zuerst auf die Grundlagen / Themengebiete und dann das Konzept der Bürger*innen, dem seit 2018 zahlreiche wirksame Entwicklungen, Aktivitäten und Aufarbeitungen in der sozialen, ökologischen sowie kulturellen Dimension in unserem Tal folgten.

Schweizerischer Gemeindeverband

„Eine hohe Biodiversität wertet das Landschaftsbild auf und ermöglicht uns, die Natur in ihrer Vielfalt zu entdecken. Die Biodiversität schützt uns aber auch vor Naturgefahren und versorgt uns mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und sauberer Luft. Eine intakte Biodiversität ist von grösstem volkswirtschaftlichem Wert und für unsere Lebensqualität unabdingbar. Die Politik hat sich mit der Strategie Biodiversität Schweiz klar zu mehr Biodiversität bekannt. Das Oberziel lautet: «Die Biodiversität ist reichhaltig und gegenüber Veränderungen reaktionsfähig. Die Biodiversität und ihre Ökosystemleistungen sind langfristig erhalten.» Die Strategie gibt dabei Schwerpunkte und Handlungsfelder vor, an denen wir uns orientieren müssen.

Erreichen werden wir die hier umschriebenen Ziele nur gemeinsam. Gemeinden, Kantone, Bund, Wirtschaft und Gesellschaft sind gefordert zu handeln. Es ist eine ökonomische Notwendigkeit, die Biodiversität zu erhalten. Gleichzeitig haben wir auch den Auftrag, ihre ganze Vielfalt für uns und für künftige Generationen zu sichern. Wir haben es in der Hand, die Natur als Kapital zu bewahren. So vielfältig die Biodiversität sein kann, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, diese zu stärken.

Bereits haben etliche Gemeinden das Potenzial der Biodiversität erkannt. Sowohl im Naherholungsgebiet als auch im Siedlungsraum oder in der Landwirtschaft liessen sich zahlreiche Flächen aufwerten und konnten Arten erfolgreich gefördert werden.“      Schweizerischer Gemeindeverband,  Leitfaden Biodiversität in Gemeinden

Schweizer Heimatschutz

„Jedes Grundstück trägt ein Stück Geschichte in sich. Damit Areale oder Quartiere mit Ersatzneubauten nicht zu toten Orten werden, müssen gezielt identitätsbildende Elemente erhalten werden“.

„Die öffentliche Hand muss Mindestflächen und Grünanteile vor Beginn des Verdichtungsprozesses verbindlich vorsehen.“

„Die vertretbare Dichte für ein Quartier oder Häusergeviert muss sorgfältig eruiert werden.

„Was einmal gebaut ist, kann über Jahrzehnte kaum mehr rückgängig gemacht werden“.

„Später sind Reparaturen kaum mehr möglich oder mit enormen Kosten verbunden“.

„Der Erhalt der Biodiversität muss garantiert werden“.

Quelle: Schweizer Heimatschutz_Positionspapier_Verdichten

MONET: Nachhaltigkeit messen in der Schweiz

Monet -Nachhaltigkeit messen in der Schweiz (Bundesamt für Raumentwicklung und Bundesamt für Statistik –  nationales Indikatorensystem)

MONET: MONET Nachhaltigen Entwicklung messen Indikatorensystem zur Nachhaltigen Entwicklung

Bundesamt für Raumentwicklung, Bundesamt für Energie

„Eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung verlangt eine Siedlungsverdichtung ohne qualitative Einbussen. Zur Schaffung eines nachhaltigen Lebensraums tragen insbesondere folgende Elemente bei : Langsamverkehr, Energieeffizienz, Verminderung des Ressourcenverbrauchs, Erhalt der Biodiversität, funktionale und soziale Durchmischung sowie öffentliche Räume, die zu Begegnungen und zur Entspannung einladen.“

„Werden die bestehenden Naturräume erhalten und durch Korridore miteinander verbunden, können sich gewisse Ökosysteme auch innerhalb von Siedlungen entwickeln.“

„Besonders anfällige oder ökologisch wertvolle Flächen können somit weniger oft gemäht oder gar in ihrem natürlichen Zustand belassen werden.“

„Zur erfolgreichen Quartiergestaltung braucht es viele Akteure : die öffentliche Hand, Projektträger, Planer, Unternehmen und die Zivilgesellschaft. Eine situationsgerechte Gouvernanz ist unerlässlich, um die verschiedenen Erwartungen und die vielfältigen, oft gegensätzlichen Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen und die individuellen Kompetenzen bestmöglich einzubringen.“

„Die Quartierbevölkerung einbeziehen. Partizipation kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen und von der blossen Information bis zur Selbstverwaltung reichen.“

„Die Schaffung von Grünflächen entspricht einem gesellschaftlichen Bedürfnis und sollte mit anderen Zielen wie der Partizipation, dem Langsamverkehr oder der Wasserbewirtschaftung koordiniert werden.“

„Eine gute Gouvernanz setzt auch die Suche nach Lösungen voraus, welche bei Bedarf politische und administrative Grenzen überwinden. So sollten bei der Erarbeitung und Entwicklung von Grossprojekten diverse Praktiken zum Einsatz kommen : öffentlich-private Partnerschaften, die Gründung von Verbänden von verschiedenen Eigentümern oder der Einbezug von Genossenschaften.“

Quelle: Nachhaltige_Quartiere_in_Kuerze

Strategie Nachhaltige Entwicklung (SNE):  Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016-2019

Strategie_Nachhaltige_Entwicklung_2016-2019

Trends_und_Herausforderungen_Raumentwicklung Schweiz_2018

Bundesamt für Umwelt, Bundesrat

Der Bundesrat hat die schlechten Ergebnisse zur Biodiversität des Umweltberichts aufgenommen. Frau Bundesrätin Doris Leuthard stellte 2017 den Aktionsplan mit  drei Aktionsbereichen und 26 Massnahmen vor. 

„Eine funktionale Vernetzung von Lebensräumen besteht dann, wenn der Austausch und die Bewegungen von Individuen, Genen und ökologischen Prozessen (beispielsweise durch Wanderung) zwischen diesen Lebensräumen mit Korridoren und Trittsteinen gewährleistet sind. Wo nötig sollen Schutzgebiete ergänzt oder Gebiete bestimmt werden, in denen Massnahmen zur spezifischen Förderung von Arten getroffen werden können. Davon profitieren insbesondere gefährdete Arten, für deren Erhaltung die Schweiz eine internationale Verantwortung trägt (National Prioritäre Arten)“. 

Strategie Biodiversität Schweiz und Aktionsplan

„Am 25. September 2015 haben die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Sie ist seit 2016 der global geltende Rahmen für die nationalen und internationalen Bemühungen zur gemeinsamen Lösung der grossen Herausforderungen der Welt. Dazu gehört auch die Erhaltung der Biodiversität. Die Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016–2019 des Bundesrates orientiert sich an der Agenda 2030. Kernbestandteil der Agenda 2030 sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) und ihre 169 Unterziele. Ziel 15 fordert, Landökosysteme zu schützen, wiederherzustellen und ihre nachhaltige Nutzung zu fördern sowie den Biodiversitätsverlust zu stoppen. Die Umsetzung der Aichi-Biodiversitätsziele gilt als ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030.“ 

Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Studie „Soziale Profile und Wohnsituation in der Stadt Zürich in Abhängigkeit vom Eigentümertyp 2000 – 2011“

„Neubau heisst vor allem eines: Grosszügiger zu bauen.“ „Ältere Personen sind im Neubau deutlich untervertreten.“

„Neubau führt zurzeit jedoch nicht zu einer Bevölkerungsverdichtung und damit zu einem haushälterischen Umgang mit dem Boden, sondern in erster Linie zu mehr Flächenverbrauch.“

„Auch wenn die Neubauwohnungen recht hohe energetische und ökologische Standards erfüllen, so macht der erhöhte Flächenverbrauch diesen Fortschritt wieder zunichte, wenn er ihn nicht sogar ins Gegenteil verkehrt….Da erstaunt es, dass die aktuellen Entwicklungen im Neubau die Dimensionen und Anforderungen der Nachhaltigkeit nur unzureichend erfüllen.“

„Die häufig zu grosszügigen Wohnungsgrundrisse sind zudem nur bedingt lebensphasenflexibel und sprechen somit nur eine begrenzte Zielgruppe an. Wenn Vermarktungszeiten, Leerstände und Fluktuation aus diesem Grund zunehmen, so sind Neubauten letztendlich sogar ökonomisch nicht rentabel. Weiter werden bestimmte Bevölkerungsgruppen oftmals unbewusst in der Vermietungspraxis benachteiligt, und soziale Durchmischung wird zu wenig berücksichtigt. Im Wohnungsbau ist Umdenken gefordert, sowohl in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht.“

Quelle: Im Wohnungsneubau ist Umdenken gefordert_StudieMVZ_20130913

Bundesamt für Statistik: Anstieg der Leerwohnungsziffer hält 2020 weiter an – Aargau in den TOP 3
  • 1. Juni 2020 wurden in der Schweiz 78’832 Leerwohnungen gezählt = 1.72 Prozent des Gesamtwohnungsbestands
  • Im Vergleich zum Vorjahr standen 3449 Wohnungen mehr leer = Anstieg von 4.6 Prozent
  • Der vor über zehn Jahren eingesetzte Anstieg der Leerwohnungsziffer ist unverändert am steigen.
  • Neben diesen Zahlen lohnt sich ein Blick auf die Klimabilanz der Bauindustrie im 2020 Global Status Report Buildings and Construction

BFS Leerwohnungszählung 2020    Klimafussabdruck der Beton- und Zementindustrie

Würde es Sinn machen den Markt durch neue Anreizsysteme zu verändern, ohne das der Gewinn der Bauindustrie und die Arbeitsplätze prinzipiell gefährdet sind?  

Könnten hierdurch neben einer besseren Klimabilanz und verbesserten ethischen Bedingungen (Nebeneffekte des Zementabbaus in Ländern des Südens), neue, lokaler verankerte und nachhaltigere Wertschöpfungsketten entstehen?

Ist bei all diesen Zahlen der Neubau & die Zerstörung stets weiterer Landflächen noch zeitgemäss, oder hätten die Architekten & Innenarchitekten nicht genug Wissen & die Kompetenzen hinsichtlich Umbau & Sanierung (wo sie sinnvoll ist), was neben einer verbesserten Energiebilanz ab & zu mit einer Wahrung der Ortsbilder einhergehen könnte?

Bundesamt für Umwelt, 2015

„Die Biodiversität ist in der Schweiz in einem schlechten Zustand, wie die stark zurückgegangene Fläche wertvoller Lebensräume (Auen, Moore, Trockenwiesen und -weiden) und der hohe Anteil gefährdeter Tier-, Pflanzen-, Flechten- und Pilzarten zeigen. Mit den schrumpfenden Artenbeständen geht gleichzeitig genetische Vielfalt verloren. Hauptursachen sind die intensive Landwirtschaft, die Verbauung und Nutzung der Gewässer zur Stromerzeugung, die Bodenversiegelung, die Landschaftszerschneidung sowie die Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Durch den Verlust der Biodiversität sind Ökosystemleistungen wie reine Luft, sauberes Trinkwasser, Bodenfruchtbarkeit oder die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen gefährdet.“

„Die mittel- und langfristigen Einbussen und Schäden bei der Biodiversität werden in den Entscheidungsfindungsprozessen der Sektoralpolitiken ökonomisch noch unterschätzt. Deshalb sieht der Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz Massnahmen vor, die eine stärkere Berücksichtigung der Leistungen der Biodiversität ermöglichen. So muss beispielweise die Umsetzung der Energiestrategie 2050 beim Ausbau der Wasserkraft wertvolle Gewässer berücksichtigen. Stoffliche Belastungen (vor allem Ammoniak und Pflanzschutzmittel) sind weiter zu reduzieren, und es soll ausreichend Fläche als Lebensraum zur Verfügung gestellt werden.“

„Zustand: negativ  36 % der untersuchten Arten sind gefährdet, und 10 % sind potenziell gefährdet. Somit sind fast die Hälfte der einheimischen Arten mehr oder weniger akut vom Aussterben bedroht.

Entwicklung: negativ. Nur wenige der untersuchten Gruppen konnten zu Vergleichszwecken ein zweites Mal überprüft werden. Die Ergebnisse für die untersuchten Gruppen zeigen jedoch, dass das Ziel, die Zahl der gefährdeten Arten um jährlich 1 % zu senken, klar verfehlt worden ist.“

Umweltbericht2018_D

Umwelt_ Fussabdrücke der Schweiz_2018

Bundesgesetz über den Umweltschutz

„Bund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits an.“

Bundesgesetz über den Umweltschutz

Bundesverfassung Art. 73 Nachhaltigkeit 

Bundesverfassung

Die vorgenannten Quellen sind ein Auszug, vieler Studien und Gesetzesgrundlagen, die geprüft worden sind. Aus Gründen der Darstellbarkeit wird auf weitere Daten verzichtet.

Konzept Rombachtäli 2.0 –  Natur- & Heimatschutz, Biodiversität & nachhaltige Quartierentwicklung

Mit dem Konzeptentwurf Rombachtäli 2.0 wird eine Kooperation von Bürgerinnen, Naturschutzverbänden, dem Heimatschutz, der Gemeinde Küttigen / Rombach, des Quartiervereins Rombachtäli und des Kantons Aargau angestrebt.  Wir fokussieren ein kooperatives gesellschaftliches und behördliches Handeln in der praktischen Implementation existierender Gesetze, Leitfäden und Anregungen zum Natur- und Heimatschutzes und nachhaltiger Entwicklung. Ein zeitgemässes Best Practice Projekt mit Multiplikationscharakter & eine Win – Win Situation im historischen Natur- und Naherholungsgebiet Rombachtäli vor den Toren der Kantonshauptstadt können hierdurch geschaffen werden.

Die vom Quartierverein erstellte Visualisierung des Natur- und Geschichtslehrpfads und seine Aufarbeitung geschichtlicher Grundlagen, findet eine hohe Resonanz bei der Bevölkerung und verzeichnet hohe Zugriffsraten auf der Website. Das hierfür geplante Gebiet zwischen Rombachtäli und Bundeseichenplatz zeigt in der COVID -19 Pandemie eine rege Frequentierung.  Die Menge an natürlichen und historischen Werten und Schätzen mit einer derart hohen Biodiversität mit 22 bedrohten Arten und drei fünfhundertjährigen Bergwerksstollen ist erstaunlich. Es begegnen uns zahlreiche Rückmeldungen von Bürger*innen zu unserem Konzept Rombachtäli 2.0 , die nicht verstehen können, warum ein derart auf der Hand liegendes Vorhaben bislang nicht realisiert wird.

Stattdessen fliessen in Fussball, Zukunftsräume und Bauvorhaben wiederholt ein Vielfaches dessen an Geldern, die für die Realisierung eines Natur- Naherholungs- & Geschichtslehrpfads für alle Menschen und ein Best Practice Projekt in einer wachsenden Agglomeration notwendig wären. Ist es bei den häufig doppelt besetzten Rollen in den Bereichen Bau, Fussball, Finanzen und Politik noch möglich, derart der Allgemeinheit und zukünftigen Generationen dienende Vorhaben wahrzunehmen ?

Sind Aussagen von Verantwortlichen wie „Feuersalamander gibt es auch woanders“ bei mehr als 70% gefährdeten Amphibien und einem dreimal grösseren Rückgang von Vögeln in der Schweiz als im weltweiten Schnitt, im Zeitalter des Klimawandels ein Zeichen dafür, den Wald vor lauter Bäumen nicht  mehr zu sehen ?  Wäre es nicht zeitgemäss und eine Riesenchance für die Politik ein integratives Best Practice Projekt in einem Tal an der Schnittstelle dreier Gemeinden sowie vor den Toren der Kantonshauptstadt umzusetzen? Ein Tal dessen reale Schätze viel zu lange bewusst oder unbewusst verborgen gehalten wurden, dem zahlreiche Vorurteile zu teil wurden und das weiterhin auf den Luftbildern der Gemeinde unsichtbar/ abgeschnitten ist ? Haben symbolische Modellprojekte & kompensatorische Massnahmen bei den seit Jahrzehnten fortschreitenden drastischen Verlusten ökologischer Ressourcen weiterhin ihre Berechtigung, oder wäre es wirksamer und zeitgemäss bevölkerungsbasierte Ansätze stärker aufzunehmen, wie es die Sustainable Development Goals erfordern?

Unsere Vorhaben würden weit weniger Ressourcen bedingen, als die stetig wiederkehrenden Investitionen von Finanzen und Energie, in Fussball, Bau und Zukunftsräume. Eine Agglomeration die wächst, sollte darauf bedacht sein, die öffentlichen und partikularen Interessen im richtigen Mass zu bedienen. Es hat direkten Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen, die diese Agglomeration Aarau durch ihre tägliche Arbeit tragen, einen derart zentral situierten Naherholungsort mit Identität, Geschichte, intakten natürlichen Ressourcen und sozialem Engagement aufzuwerten. Und wenn es etwas gibt das für alle Menschen  zentral sein und bleiben dürfte, dann die Qualität des eigenen Lebens. 

Anhand des Best Practice Projekts im Rombachtäli kann exemplarisch aufgezeigt werden, dass die bestehende hohe Verdichtung, Natur- und Heimatschutz, nachhaltige Gemeindeentwicklung und eine enge Zusammenarbeit von Bevölkerung und öffentlicher Hand miteinander funktionieren können. Durch die im Konzept und der Zusammenfassung genannten kombinierten Alleinstellungsmerkmale, die in dieser Nähe zur Kantonshauptstadt ihresgleichen suchen, ist durchaus ein Begegnungs-, Lern und – Erholungsort  (Stollen/ Historie des Erzbohnabbaus, Naturschutz/ Amphibienlaichplatz; Naherholungsort mit drei Wäldern und dem Rombach) denkbar.

Die in diesem Konzept vorliegenden Werte sind real und der Allgemeinheit dienend. Sie bieten einen höheren Mehrwert und Return of Investment in allen Nachhaltigkeitsdimensionen für alle Bevölkerungsgruppen, als eindimensionale Vorhaben mit kurzfristigem und oftmals spekulativen Mehrwert und langfristigen Schäden/ Verlusten in den anderen Nachhaltigkeitsdimensionen. Nur durch eine Zusammenarbeit von Bürger*innen und Politik kann das Konzept im Sinne des aktuellen Nachhaltigkeitsverständnisses  realisiert und ein Mehrwert für Natur, Bevölkerung und nachkommende Generationen geschaffen werden.

Eine Begegnungsort Rombachtäli in der Naturschutz, Historie und Best Practice in nachhaltiger Gemeindeentwicklung vereint sind, mit derart vielen Merkmalen und in dieser Nähe zur Kantonshauptstadt und Verkehrsanbindungen wäre einzigartig und bietet neben dem vorgenannten Mehrwert ein Potential für nachhaltigen Tourismus und Bildung im Natur- und Heimatschutz.  Auf engstem Raum und dem Natur- Geschichts- und Naherholungslehrpfad kann der Schutz bedrohter Arten und Pflanzen sichtbar gemacht werden. Auf moderne Art und Weise (Augmented Reality) kann zudem eine Ausflugsort mit Informationstafeln und/ oder Teilfreilegungen von Stolleneingängen mit 800- jähriger Geschichte, wovon 468 Jahre gut dokumentiert sind, ein praktischer Ausflugs-/ Bildungsort für Schulen, ein Naherholungsort und ein Modellprojekt am Siedlungsrand für andere Gemeinden kombiniert werden. Dies alles in einem sozial durchmischten und engagierten Quartier. Es stellt sich weniger die Frage, ob dieses Erbe der Natur und unserer Vorfahren erhalten und gewürdigt werden sollten, in einem Zeitalter, in dem Bevölkerung und Politik stark gefordert sind, eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, um unsere Demokratie weiterzuentwickeln, sondern wann dies passieren wird.

Eine Machbarkeitsstudie, Fördergelder aus verschiedenen Programmen und zahlreiche Vernetzungen mit bestehenden Natur -/ Bildungs- und Ausflugsorten sind denkbar. Die wichtige Schnittstelle Rombachtäli zwischen den Gemeinden Aarau, Küttigen/ Rombach und Erlinsbach wird nachhaltig aufgewertet. Der nationale Aktionsplan des Bundesrats und Bundesamts für Umwelt „Strategie Biodiversität Schweiz“ vom 06.09.2017 steht strategisch und inhaltlich in mehreren Punkten in Kohärenz zu diesen Anliegen.

Lesen Sie mehr im Konzept, dem Anhang und dem zusammenfassenden Begleitschrieben, das wir dem Gemeinderat, Naturschutzverbänden, dem Heimatschutz und Fachstellen zur Nachhaltigkeit zugeschickt haben:

Kurzversion Flyer Rombachtaeli Biodiversität

Konzept Natur- & Heimatschutz, Biodiversität & nachhaltige Quartierentwicklung – Rombachtäli 2.0 

Zusammenfassung

Chronologie des Rombachtälis

Checkliste_Nachhaltigkeit_Aargau anhand des sistierten Entwicklungsrichtplans RT

Rombachtäli Naturauftakt 2.0

Was sind das für Zeiten, wo 
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

Bertolt Brecht (An die Nachgeborenen)

Lokal handeln, global denken.